Unser Interview mit Lehrgangsleiterin Christine Weber (Teil 2)

Im ersten Teil unseres Interviews, durften wir einiges über Christine Weber, ihre Ausbildung und  über die Geschichte des neuen Lehrgangs “Outdoorkompetenz in Gruppenprozessen” erfahren. Heute wollen wir euch den zweiten Teil des Interviews nicht vorenthalten. 

Den ersten Teil der Fragen, sowie zusätzliche Infos zu den Seminaren, erhaltet ihr übrigens gleich hier.

Was wäre denn die perfekte Teilnehmerzahl für Michael und dich?

Von 12-18 Leuten ist alles möglich, auch 20 Personen wären machbar. Es geht eben darum, dass die Gruppe als ganzes erlebbar, so wie die Vielfalt und die Gruppendynamik spürbar werden. Das ist natürlich mit mehr Leuten leichter zu erreichen. Auch die Corona-Beschränkungen sind bei unserem Outdoor-Programm um einiges lockerer als es in Innenräumen der Fall wäre. Das Rechtsseminar halten wir wahrscheinlich online ab.

Gut ist ja auch, dass bald der Sommer kommt…

Richtig, und da hoffen wir, dass es schön langsam aber sicher in die Auflösung mit diesem Virus geht. Ich glaube, dass wir nach diesem längeren Zeitraum wirklich alle genug daheim waren. Das wird sich bei unserem Lehrgang ändern, das kann ich schon mal versprechen.

Und die perfekte Zielgruppe? Gibt es die bei diesem Lehrgang überhaupt?

Uh, das ist eine gute Frage – also grundsätzlich würde ich sagen, steht unser Lehrgang für jeden Typ Mensch offen. Für jeden, der sich gerne draußen bewegt und der ein kleinwenig wetterunabhängig ist und gerne gruppendynamisch arbeitet. Sehr passend finde ich es für Personen, die sich schon in der Seminar Szene aufhalten, dort also unterwegs sind und frischen neuen Input brauchen. Auch für Trainer*innen, die ihren Seminaren gerne mal einen Tag draussen dazugeben wollen. Es geht also hier auch um Repertoire-Erweiterung für spätere Zielgruppen. Und bei Jugendlichen würde ich nur vorschlagen: “Ran ans Gerät, rauf auf den Berg, Seil schleppen und Planen aufbauen” . 😉

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Nochmal zu den Modulen – das dritte Seminar ist also das umfangreichste, wenn man das so sagen kann?

Das kann man schon so sagen, ich würde aber auch meinen, dass das Abschlussmodul ebenfalls sehr umfassend ist. Da geht es dann nicht nur um Abschied zu den anderen Gruppenteilnehmer*innen zu nehmen, sondern auch um das Ernten. Was habe ich mir mitgenommen? Wie blicke ich in die Zukunft? Was habe ich gewonnen?  Was ich mir, rein r das Ambiente wünsche, denn dann wird schon Winter sein, ist eine Menge Schnee. Was zum Abschliessen an sich noch zu sagen ist – Rituale sind hier ganz besonders wichtig.

Und am Ende gibt es dann das begehrte Diplom und man kann, je nach den individuellen  Zielen, mit dem eigentlichen (beruflichen) Weg beginnen, den man vor hatte?

Ja genau. Es schaut eigentlich so aus, dass die Arbeit nach dem Lehrgang, also der Weg in die Selbstständigkeit zum Beispiel, auch im Rechtsseminar besprochen wird. Es gibt einige Dinge auf die man hier achten muss, da gibt es eine Art Leitfaden – wenn man sich an dem festhält, sollte alles klappen. Der Aufbau eines kleinen Unternehmens muss ebenfalls gekonnt angelegt werden. Aber auch kleinere Hürden, wie das Schreiben offizieller Honorarnoten, werden von uns abgedeckt.

Was muss ich als Teilnehmer*in denn am Anfang bereitstellen, um diesen Lehrgang zu buchen?
Die Anmeldung erfolgt entweder über das PDF, über teaminprogress.com oder bei m.gruber@agb-seminare.at. Auf den jeweiligen Seiten reicht auch eine kurze Mail und wir stehen für allfällige Fragen bereit. Nach der Anmeldung ist mal das Wichtigste, was man mitbringen kann, die Freude an der neuen Herausforderung und die Idee sich selbst als Trainer*in mit Outdoorkompetenzen zu sehen. Aja, und ein passender Rucksack wäre empfehlenswert. Gut eingelaufenes Schuhwerk für alle Wetter- und Jahreszeiten sind ratsam. Wir schlafen wahrscheinlich auch draussen und da wird uns der eine oder andere Regentropfen und einige Windböen begegnen. Ein bisschen “back to the roots”, eine spannende Mischung aus Outdoor-, Wildnis- und Spielpädagogik gepaart mit gruppendynamischen Tools.

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Apropos “back to the roots”: Ein Seminar wird sich um fachspezifisches Englisch drehen?

Da sei mal gleich gesagt, dass es hier nicht um Vokabel pauken oder dergleichen geht, aber man muss als zukünftige/r Gruppenleiter*in und/oder Coach schon auch damit rechnen, das mal englischsprachige Teilnehmer*innen dabei sein werden – wir geben in dem Seminar einen ersten Einblick – wer das gerne vertiefen möchte, kann das auch anschließend gerne machen. Es geht hier mehr um die lockere Kommunikation in Seminaren, mit den Teilnehmer*innen und das Anleiten von Teamaufgaben.

Der Lehrgang kann auch gefördert werden?

Noch ein Vorteil, der nicht vergessen werden darf, ja! Hier ist Michael der Fachmann, aber da ist schon einiges möglich. Zum Beispiel gibt es ja auch noch die Anrechnung des Lehrgangs für die Bildungskarenz. Das Büro für kurze Zeit gegen Wald und Berge tauschen, finde ich persönlich einen guten Deal. Es gibt aber auch noch ein weiteres, großartiges Zuckerl: Sagen wir, jemand bucht den gesamten Lehrgang, sieht aber nach dem ersten Modul, dass es eben doch nicht ganz das ist, nachdem er gesucht hat – dann erstatten wir das gesamte Geld zurück, bis eben auf das erste Modul, das besucht wurde. Generell kann man die Module auch alle einzeln buchen, man kriegt also das gesamte Package, oder nur einen Teil davon.

Bei der Buchung des gesamten Lehrgangs warten dann eben 9 Module auf jede/n Einzelne/n. Nebenbei werden ca. 10 Tage damit verbracht, in Peer Groups zu arbeiten. Vieles muss man sich eben auch dann selbst erarbeiten, sich mit anderen zusammenschließen ist schon auch ein wichtiger Faktor. Alles Erarbeitete wird dann beim nächsten Treffen gemeinsam ausgewertet, reflektiert und besprochen. Das kann dann zum Beispiel auch in Form einer Präsentation stattfinden. Wir begleiten die Teilnehmenden unterstützend in diesem Prozess.

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Im Endeffekt geht es hier neben dem Diplom und den grundlegenden erforderlichen Themen um neues Kennenlernen, Entwicklung, Erfahrung in und mit der Natur und vor allem um das Vertiefen des eigenen Ichs als Teil einer Gruppe und als leitende Person.

Liebe Christine, wir bedanken uns herzlichst für das aussagekräftige Interview.

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